Dettenheim/Mosbach. Eine dreitägige Intensivübung forderte die Helferinnen und Helfer des THW Ortsverbandes Dettenheim im Neckar-Odenwald-Kreis. Unter realitätsnahen Bedingungen wurde die Reaktion auf eine schwere Unwetterlage trainiert und die Zusammenarbeit mit externen Kräften gefestigt.
Ausgangslage und Verlegung
Die Übung begann am Freitagnachmittag mit der Herstellung der Marschbereitschaft. Der Technische Zug (TZ) Dettenheim erhielt den Befehl zur Verlegung in den Bereitstellungsraum auf dem TCRH-Gelände in Mosbach. Unter der Führung von Zugführer Michael Laible verlegte der TZ im geschlossenen Verband. Dort angekommen, wurde umgehend mit dem Aufbau des Camps begonnen: Ein Küchenbereich und Schlafzelte wurden errichtet. Die Unterbringung erfolgte in eigenen Zelten, und die Eigenverpflegung für drei Tage wurde mitgeführt. Sanitäranlagen waren vor Ort vorhanden. Für diese Übung wurde die Sandsacklogistik anstelle der Börger Pumpe mitgeführt.
Vorbereitung und Übungsstart
Die Übungsleitung, bestehend aus Heiko Langel (ex THW OV Dettenheim, jetzt THW OV Aalen) und Dirk Höckmann (beide fiktiv als Technische Berater Hochwasser im NOK im Einsatz), traf die letzten Vorbereitungen für die eigentliche Samstagsübung noch am späten Freitagabend und abschließend am frühen Samstagmorgen. Die praktische Übung auf dem Trümmergelände des TCRH unter dem Szenario „Gasexplosion in Bäckerei Musterdorf“ startete mit der Alarmierung des TZ durch die Abschnittsleitung THW Unwetter, kaum dass das Frühstück beendet war.
Anspruchsvolle Rettungsmaßnahmen
Der Zugführer wurde nach Eintreffen am Schadensobjekt durch die mitübende Führungsgruppe der Feuerwehr Osterburken (NOK) in die Lage eingewiesen. Fiktiv waren eine Löschgruppe der Feuerwehr Musterdorf und der Rettungsdienst bereits im Einsatz.
Die erste Aufgabe der Bergungsgruppe und der FG N bestand im Eindringen in die Trümmer, um den Bäckermeister und seinen Gesellen zu retten. Mitarbeiter des TCRH hatten Dummys schwer zugänglich versteckt. Der Zugang zu Kriechgängen musste mit schwerem Gerät und Handarbeit freigelegt werden. Die Helfer mussten tief in den Trümmerbereich eindringen, was bedeutete, sich mühsam durch eingebaute Schikanen zu kämpfen.
Währenddessen berieten die Führungskräfte von THW und Feuerwehr die weiteren Maßnahmen. Dabei wurden sie durch den Baufachberater Heiko Langel kompetent beraten. Sicherheitsaspekte standen dabei im Vordergrund. Fiktiv wurden Ortungseinheiten und ein Trupp ESS (Einsatzstellensicherungssystem mit Laser) zur Unterstützung angefordert.
Insgesamt mussten fünf Übungspuppen aus Tiefen und Höhen im Verlauf von acht Stunden, bei sehr warmem Wetter, gerettet werden. Das sehr realistische gestaltete Trümmergelände ermöglichte ein sehr lehrreiches und intensives Üben. Ortsbeauftragter Dennis Fetzner zeigte sich erfreut über die Kompetenz und Durchhaltefähigkeit seiner Helfer und der unterstützenden Feuerwehrkameraden bei der Bewältigung der komplexen Rettungsmaßnahmen. Der Einsatz in Spöck im Februar unterstreicht die Wichtigkeit solcher Übungen. Zum Glück sind schwere Gebäudeeinstürze mit Verschütteten in Deutschland sehr selten.
Kameradschaft und Rückmarsch
Am Abend gab es nach einem schmackhaften Essen ein geselliges Beisammensein. Unserem Kochduo gilt ein herzlicher Dank für die gute Verpflegung.
Am Sonntag erfolgte der Rückbau des Camps (Bereitstellungsraum) und der Rückmarsch, wieder im geschlossenen Verband, nach Huttenheim. Nach dem Entladen der Campausstattung und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft endete die gelungene Übung am späten Nachmittag.